Home

Geschichte: Heiliger Arnoldus


St. Arnoldus – Schutzpatron und Namensgeber
Der Arnoldus-Ritt
Die Reise nach Compostela
Anerkennung der Arnoldus-Verehrung



St. Arnoldus – Schutzpatron und Namensgeber

Es gibt nur wenige schriftliche oder urkundliche Überlieferungen über das Leben und Wirken des hl. Arnoldus, so dass die Legende teilweise auf Vermutungen basiert. So ist z. B. nicht genau überliefert, von wo Arnoldus eigentlich stammt, wann und wo er geboren wurde. Was wir jedoch wissen ist, dass er nach 800 im heutigen – nach ihm benannten – Arnoldsweiler gestorben ist. Einigen Aufzeichnungen aus dem 14. Jh. kann man entnehmen, dass er wohl ursprünglich aus Griechenland gekommen ist und dort geboren wurde. Er war einer der frühen mittelalterlichen Lautenspieler und Sänger, die zu jener Zeit durch das Land zogen, um sich durch ihre Musik den Lebensunterhalt zu verdienen – insofern wird der hl. Arnoldus auf Abbildungen oder als Statue vornehmlich mit einer Harfe dargestellt. Diese Musikanten fanden auch an fürstlichen Höfen Unterkunft und verschönten so die Feste der wohlhabenden Leute. Und so kam es, dass Arnoldus am Hof des legendären Kaiser Karls des Großen in Aachen aufgenommen wurde. Kaiser Karl schätzte die Kunst Arnoldus sehr, so dass er ihn zu seinem Hofsänger machte. Im krassen Gegensatz zu dem Leben am Hofe des Kaisers, kannte Arnoldus jedoch auch das Elend und die Not der einfachen Landbevölkerung. Durch seine Reisen kam er laufend mit der Armut der Bauern in Kontakt und hat dieses Leben am eigenen Leib erfahren.


Der Arnoldus-Ritt

Eines Tages zog Kaiser Karl mit seinem Gefolge in den Bürgewald – einem Waldstück, das sich zwischen Rur und Erft erstreckt – um darin der Jagd nachzugehen. Arnoldus, der Karl begleiten durfte, bemerkte auf diesem Ausritt wieder einmal die große Armut in den umliegenden Dörfern. Die Bauern berichteten ihm von dem Wildbann, mit dem der Kaiser den Wald belegt hatte. Dieser stellt das Betreten des Waldes unter Strafe, so das es der Bevölkerung nicht nur an Nahrung sondern auch an einfachem Brennholz mangelte. Arnoldsweiler hieß ursprünglich Ginziuuilere bzw. Ginizwilere bzw. Ginnizweiler. Erst später tauchte schon mal der Name Genetsweiler auf. Seit 1973 gibt es in Arnoldsweiler eine Ginnizweilerstraße. Im Dorf Genetsweiler feierte der Kaiser mit seinem Gefolge ein üppiges Gastmahl. Da trat Arnoldus vor den Kaiser und trug seinen Wunsch vor: Der Kaiser möge ihm so viel seines Waldes schenken, wie er während der Dauer des Festmahls umreiten könne. Karl, der Arnoldus wohlgesonnen war, erfüllte ihm diesen Wunsch. Doch Arnoldus hatte sich eine List ausgedacht: Er hatte in den umliegenden Dörfern jeweils ein frisches Pferd bereit stellen lassen, so dass er dadurch den ganzen Wald umreiten konnte. Noch bevor das Mahl des Kaisers beendet war, kehrte Arnoldus zurück und berichtete von seiner Tat. Kaiser Karl, der Arnoldus nicht böse war über diese kluge List, schenkte ihm seinen Ring und bezeugte dadurch, dass der umrittene Wald nun Arnoldus gehöre. Doch Arnoldus ging hin, und schenkte das Waldstück den anliegenden zwanzig Gemeinden. Aus Dankbarkeit verehrten die Bewohner dieser Ortschaften ihn fortan wie einen Heiligen.


Die Reise nach Compostela

Gegen Ende seines Lebens brach Arnoldus zur einer Pilgerfahrt auf. Er wollte zum Grab des Heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela in Spanien reisen. Doch er gelangte nur bis nach Südfrankreich, in die Nähe des Flusses Garonne. Es hatte in dieser Gegend seit Wochen nicht mehr geregnet und die Menschen litten unter der Hungersnot. Auch hier versuchte Arnoldus den Bewohnern zu helfen und ihr Elend zu lindern. Dabei ging es auch an seine eigenen körperlichen Kräfte und er hatte den Tod schon vor Augen. Er betete zu Gott und bat darum, noch nicht sterben zu müssen, sondern weiter für die Menschen da sein zu dürfen. Gott solle ihm jedoch ein Zeichen geben, wenn Arnoldus Zeit gekommen sei. Arnoldus ging an den Fluß, warf den Ring, den Kaiser Karl ihm einst schenkte, in die Fluten. Sollte dieser Ring wieder auftauchen, so sollte dies das Zeichen seines bevorstehenden Todes sein. Gott schien Arnoldus erhört zu haben, denn die Not der Menschen und ihre Armut hielten Arnoldus noch weitere Monate dort fest. Er wohnte während dieser Zeit bei einem Fischer und seiner Frau. Eines Tages fanden diese beiden bei der Zubereitung eines Fisches in seinem Magen einen goldenen Ring. Diesen wollten sie aus Dankbarkeit ihrem Gast schenken. Als Arnoldus diesen Ring sah, erkannte er seinen Ring wieder. Er betete zu Gott und dankte für das Wunder, das ihm offenbart wurde. Sofort machte er sich auf den Heimweg, denn er wollte in seiner Heimat sterben. Der Legende nach ist Arnoldus bis zum Dorf Genetsweiler gekommen und dort gestorben. Dies dürfte um das Jahr 843 gewesen sein.


Anerkennung der Arnoldus-Verehrung

Das Dorf, in dem Arnoldus seine letzte Ruhestätte fand, wurde im Jahre 1168 als Wilre sancti Arnoldi erwähnt, was soviel wie Sankt Arnoldsweiler heißt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts brachten die Bürgewaldgemeinden eine bestimmte Menge Kerzenwachs zum Grab des heiligen Arnold. Der Name des hl. Arnold wurde jahrhundertelang in keinem offiziellen Buch der Kirche erwähnt. Erst im 15. Jahrhundert kommt er in Schriften vor, die von Heiligen handeln. Deshalb wurde sogar an der Rechtmäßigkeit der kirchlichen Verehrung in Arnoldsweiler gezweifelt. Dies erscheint insofern unverständlich, als dass die Bewohner der Bürgewald-Ortschaften über viele Jahrhunderte jedes Jahr zum Grab des hl. Arnoldus pilgerten und ihm an Pfingsten ein Kerzenopfer brachten.

Erst im Jahre 1886 wurde die Arnoldusverehrung von Papst Leo XIII. anerkannt und bestätigte somit die seit fast tausend Jahren andauernde Verehrung in Arnoldsweiler.

Jedes Jahr im Juli findet zu Ehren des hl. Arnoldus eine kirchliche Festwoche statt, die Arnoldusoktav.

Der Heilige Arnoldus ist der Patron der Musiker, Organisten und Instrumentenbauer. Er steht ebenso für einen sanften und guten Tod.



© 2018, St. Arnoldus Schützenbruderschaft 1587 e.V.